Tag-Archiv für 'disko'

Reloadet

Die Erlebnisse bei Blockupy 2013 – sowohl bei den dezentralen Aktionen als auch bei der Demo bzw. im Kessel, der eher unklare Begriff der politischen Schönheit und das sehr konkrete Bedürfnis nach einer anderen Demokultur, der #mayofsolidarity und das Blockupy Festival 2014, Auflösung bzw. Transformation von Antifa Gruppen, die schon lange mehr als das waren, das Zwischenstandspapier der Interventionistischen Linken, gute und große Mobilisierungen in Hannover wie zur Halim Dener Demo, zum 3. Oktober und gegen HOGESA, die Abgenervtheit über den Militanzbegriff in den Diskussionen der Autonomen und die Begeisterung für eine Militanz wie bei der Aktion der Commune of Europe in Venedig, zuletzt dann wieder Blockupy am 18. März diesen Jahres mit den Erlebnissen im blauen Finger (Mehr: Fotos & Videos) und den unterschiedlichen Rückblicksperspektiven.

Dann ein Satz aus einer Buchbesprechung im neuen deutschland, der es auf den Punkt bringt:

In Bündnissen, so resümiert der Autor kritisch, war allerdings »das dogmatische Bekenntnis der Antifaschisten zur Militanz immer ein Hemmschuh. Mehr Offenheit und Toleranz wäre an diesem Punkt sicher zielführender gewesen. Hier war das Denken der Militanten zu eindimensional«.

Und trotzdem das Unvermögen diese Schlaglichter zu verbinden. Dies gelingt auch nicht in Debatten und Kneipengesprächen. Am Ende ist es das 1. Mai-Mobivideo der linken baskischen Jugendorganisation ernai, das diese Gedanken zusammenbringt und den letzten Anstoß bringt diesen Blog wieder zu beleben.

Hier wird also nun aufgeräumt und neu gestrichen. Paralell soll in den kommenden Beiträgen auf die oben genannten Ereignisse und Erlebnisse zurück geschaut werden, um die vielen unterschiedlichen Facetten zusammen zu bringen.

silvesterdemo und sachen, die wirklich aufregen

hier in hannover dreht sich gerade ganz viel um das angekündigte verbot der silvesterdemo am mittwoch (s. auch indy). auf dem mobilisierungsblog können die aktuellen auflagen nachgelesen werden und den aktuellen stand gibt es ebenfalls bei indymedia.

interessanter und vor allem mehr grund zum schmunzeln und/oder heulen, bietet die aktuelle ausgabe der zeitung „politik orange“, die die gute alte tante totalitarismus auf einen artikel und ein interview eingeladen hat. im folgenden der artikel. entdeckt hat’s ignaz.

„Man muss mehr können, um Linksextremist zu sein“

Wo fängt Extremismus an? Und was unterscheidet Links- von Rechtsextremismus? Jannik Bargen und Corinna Höfel sprachen mit Ulrich Dovermann, dem Extremismus-Experten der Bundeszentrale für politische Bildung.

Mal ganz naiv gefragt: Wenn sich ausländische und deutsche Jugendliche prügeln, ist das schon Extremismus?
Nein. Extremismus liegt erst dann vor, wenn eine der beiden Gruppen politisch motiviert ist oder ein fremdenfeindliches Motiv hat.

Spielt die politische Richtung für Jugendliche überhaupt noch eine Rolle, wenn sie sich extremistischen Parteien zuwenden?
Grundsätzlich werden Extremisten von einer tiefen Wut getrieben, bei der es manchmal zufällig sein mag, in welche politische Richtung sie tendiert. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede zwischen rechts und links. Rechte Ideologien sind exklusiv, sie grenzen aus. Rechtsextreme sind meist sehr schwache Jugendliche. Sie wollen ihr Selbstbewusstsein stärken, indem sie andere zu Underdogs erklären. Linksextremisten holen sich ihre Bestätigung nicht, indem sie andere degradieren. Um Linksextremist zu sein, muss man also schon mal mehr können!

Was können die Eltern von Jugendlichen tun, um sie vor Extremismus zu schützen?
Wenn überhaupt ein Elternhaus vorhanden ist, egal ob ein gutes oder weniger gutes, dann wirkt das meistens stabilisierend. Wenn Vater und Mutter jedoch überhaupt nicht präsent sind, kommen andere Gruppen zum Zuge. Sie geben den Jugendlichen Sicherheit und ein neues Zuhause. Das können auch extremistische Gruppen sein. Jugendliche, die ohne familiäre Erziehung aufwachsen, tendieren häufiger zum Extremismus.

Wenn Extremismus in der Schule thematisiert wird, geschieht das meistens nur im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus. Genügt das als Aufklärungsarbeit?
Unser Schulsystem ist ohnehin völlig überlastet. Den Lehrerinnen und Lehrern jetzt die perfekte Aufklärung über den Extremismus abzuverlangen und ihnen die Gesamtverantwortung für die Verbreitung des Extremismus auf die Schultern zu legen, wäre unfair. Vergangenheitsbewältigung ist kulturell zwar sehr wichtig. Aber gegen den gegenwärtigen Rechtsextremismus hilft sie rein gar nicht. Nur weil Schüler im Unterricht den Nationalsozialismus behandeln, heißt das noch lange nicht, dass sie später nicht selbst rechtsextremistisch werden können. Stellen Sie sich einmal vor, die Schule könnte Jugendlichen ein genau vorhersehbares Verhalten zielgerichtet beibringen – das wäre doch grauenvoll!

OI!

oi, ist das alles, woran ihr noch glaubt
unpolitisch, was ist das überhaupt

sangen pysychisch instabil in „unpolitisch macht hirntod“ und genauso ist und bleibt es.

schöne einleitung, denn es geht um oi und skinheads und darum unpolitisch rechtsoffen zu sein. dank lastunicorn habe ich den link zu dem oithegreyzone blog bekommen. hier nehmen eine altskins in einem „roten hetzpamphlet“ die legende der „antirassistischen“ oi-bands Condemned 84, Stomper 98 und Templars auseinander.
ziel war, daß das konzert von Stomper 98 und Templars am 15.11. im conne island abgesagt werden sollte. dies hat aufrgrund der holzköpfigkeit der conne island leute nicht geklappt.

unterstützung erhielt das „ZK Knülle im Politbüro – ROCK AGAINST CONDEMNED 84″, so die selbstbezeichnung der altskins, aus, meiner meiner nach, unerwarteter ecke: Egotronic, Produkt Booking, frittenbude und Audiolith rec. machen sich ebenfalls für eine absage stark, da egotronic keinen bock haben auf der gleichen bühne zu spielen wie rechtsoffene oi-bands.

das conne island antwortet mit viel bla bla und dem erschreckenden statement:

Wir verstehen – angesichts der Fakten, die Euch vorliegen – Eure Angst, wenngleich wir sie nicht teilen, dem Conne Island könne sein genuin antifaschistischer Grundkonsens unter den Füßen wegrutschen.

siehe hier

trotz allem haben beide konzerte stattgefunden. torsun auf seinem blog nochmal ein abschließendes statement gepostet, das eine klare ansage in richtung conne island macht. daumen hoch von meiner seite, gerade, weil ich in der richtung von egotronic nicht mehr allzuviel erwartet hatte.