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jetzt gehts rund

„Scheiß Diffamierungslinke!“ heult „♥Tekknoatze“ (im folgenden ♥TA), weil er wegen der berichterstattung zur silvesterdemo in hannover wohl ansagen im echten leben bekommen hat. das schließe ich zumindest aus dem aktuellsten post auf seinem blog. mit fußnoten und anderen argumenten hat der ewig kritische autor bereits bewegungslinken aller coleur (von jugendantifas, der sdaj , antimilitaristInnen und dem antiversand) den spiegel vorgehalten. höhepunkt der kritischen aufarbeitung war dann die ausarbeitung einer top 10 der „Lieblingshassgruppen“.

im moment scheint sich die zielgruppe aber nicht so recht auf das kritik einprügeln einlassen zu wollen und es gibt kontra in kommentarspalten und, wie schon angemerkt, scheinbar auch im richtigen leben. hier liegt wohl der hintergrund für die hastig zusammengezimmerte „weichenstellung“.
angefangen hat es wohl mit der erwähnung des blogs in den auflagen der polizei, wo es heißt:

In Bezug auf die hier in Rede stehende Demonstration am 31.12.08 finden sich Aufrufe, in die graphische Darstellungen von vermummten und steinewerfenden Personen eingeunden sind. Es wird dort überdies geäußert, dass sich die Demonstration inhaltlich wohl an der des Vorjahres orientieren wird (vgl. http://einblog.blogsport.de/2008/10/05/silvesterdemo-hannover-2009).

(s. Seite 3)
gerechtfertigt wird sich mit der aussage:

Im Betreffenden Post von mir ging es vor allem um die graphische Gestaltung. Aus der graphischen Gestaltung und den verwendeten Mottos hab ich auf eine inhaltliche Kontinuität geschloßen. Das diese Vermutung nich allzu fernab vom Schuß lag kann der_die interessierte Leser_in hier nachlesen.

ein klick weiter sind wir bei dem entsprechenden artikel, hier steht:

Wie auch letztes Jahr wird dieses Jahr in Hannover an Silvester eine Demo stattfinden, Unter dem Motto “Gegen Innere und Äußere Aufrüstung! – Für ein Leben jenseits von Kontrolle und kapitalistischer Ausbeutung!” soll demonstriert werden.

dies ist eine feststellung, die sich mit blick auf die internetseite und den verteilten flyer belegen läßt. also weiter:

Was die Veranstalter_innen inhaltlich beabsichtigen wird sich wohl am Aufruf vom letzten Jahr orientieren, das legen zumindest die graphischen Gestaltungen nahe, die vom Aufbau doch sehr nah beieinander liegen

zum inhalt des aufrufes wird eine vermutung formuliert. diese vermutung wird an der vermeintlichen ähnlichkeit der „graphischen Gestaltungen“ festgemacht. dazu kurz die plakate von 07 und 08 gegenübergestellt:

2007:

2008:

den „doch sehr nah beieinander liegen[den] Aufbau“ der beiden plakate, erkenne ich nicht. hier ist mir das ewig kritische auge des blogbetreibers vorraus. ich finde einfach beide schlecht – mehr nicht.
mehr oder weitere argumente werden auch auf einblog nicht gebraucht, stattdessen wird über qualität und layout des printwerkes gemeckert und im folgenden nun ein eigenes bild designed.

bis hierhin also eine kurze, von mir vorgenommene, zusammenfassung der kritischen analyse durch ♥TA:

es gibt eine silvesterdemo in hannover. um was es inhaltlich geht, keine ahnung. wird wohl so sein, wie letzes jahr, weil das plakat so ähnlich ist wie das vom letzten jahr. plakat sieht scheiße aus, weil [unheimlich wichtige analyse hier einsetzen lesen]. weil ich so ein cooler typ bin, mach ich auch noch ein eigenes bild. ist inhaltlich zwar die selbe schiene, sieht aber besser aus.

soweit also die meinungsbildung bei ♥TA. da oft leider wahr ist, daß „das gegenteil von gut, gut gemeint ist“, sei dem findigen kritiker zugerufen „das argument mußt du erstmal lernen!“
deutlich wird das z.b. in diesem teil der stellungnahme/weichenstellung:

Im Betreffenden Post von mir ging es vor allem um die graphische Gestaltung. Aus der graphischen Gestaltung und den verwendeten Mottos hab ich auf eine inhaltliche Kontinuität geschloßen. Das diese Vermutung nich allzu fernab vom Schuß lag kann der_die interessierte Leser_in hier nachlesen.

das „hier“ verlinkt auf die obenangesprochene stelle im artikel. und wie schon geschrieben wurde dort ganz klar etwas festgestellt und nicht auf etwas „geschloßen“. und durch die erneute behauptung von etwas falschem wird es noch lange nicht richtig. das haben eben auch die bullen mitbekommen. denen ist, was das angeht, kein vorwurf zu machen, die haben einfach das material zusammengetragen, was es im netz gab und dein rumgelaber gehörte dann eben dazu.
anstatt also rumzuheulen, daß es doch alles nicht so gemeint war bzw. falsch verstanden wurde, vielleicht mal nachdenken, bevor mit erhobenen zeigefinger die scheinbar reine lehre in die welt gesetzt wird.
es erscheint dann tatsächlich seltsam, wenn die forderung nach einhaltung linker mindesstandards wie „anna und arthur halten das maul“ einer quasselbude und selbstdarstellungsblog wie dem von ♥TA erscheint.

off-topic:
die organisatorInnen der demo schrieben mittlerweile einen inhaltlichen aufruf und wieder fühlt sich ♥TA berufen seine kritik in die blogosphäre zu posaunen und das obwohl „Der Aufruf weitesgehend unspektakulär ist“ und es lediglich „die Sicht der Verfasser_innen“ sei, daß „natürlich alles große Scheiße und verhindert [gehört]“, „was die NATO im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen so anstellt“. Unspektakuläre imperialistische Kriege durch nato und brd laufen also unter „Allgemeines“ und bedürfen nicht der kritischen Betrachtung. Schlaflose Nächte wurden ♥TA wohl aber durch den Aufruf zur besagten Demo beschert und so lässt er es sich nicht nehmen, sich vier Fetzen aus dem Text zu klauben und diese mit geschultem Blick auseinandernehmen. die nachtruhe scheint gesichert.

silvesterdemo und sachen, die wirklich aufregen

hier in hannover dreht sich gerade ganz viel um das angekündigte verbot der silvesterdemo am mittwoch (s. auch indy). auf dem mobilisierungsblog können die aktuellen auflagen nachgelesen werden und den aktuellen stand gibt es ebenfalls bei indymedia.

interessanter und vor allem mehr grund zum schmunzeln und/oder heulen, bietet die aktuelle ausgabe der zeitung „politik orange“, die die gute alte tante totalitarismus auf einen artikel und ein interview eingeladen hat. im folgenden der artikel. entdeckt hat’s ignaz.

„Man muss mehr können, um Linksextremist zu sein“

Wo fängt Extremismus an? Und was unterscheidet Links- von Rechtsextremismus? Jannik Bargen und Corinna Höfel sprachen mit Ulrich Dovermann, dem Extremismus-Experten der Bundeszentrale für politische Bildung.

Mal ganz naiv gefragt: Wenn sich ausländische und deutsche Jugendliche prügeln, ist das schon Extremismus?
Nein. Extremismus liegt erst dann vor, wenn eine der beiden Gruppen politisch motiviert ist oder ein fremdenfeindliches Motiv hat.

Spielt die politische Richtung für Jugendliche überhaupt noch eine Rolle, wenn sie sich extremistischen Parteien zuwenden?
Grundsätzlich werden Extremisten von einer tiefen Wut getrieben, bei der es manchmal zufällig sein mag, in welche politische Richtung sie tendiert. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede zwischen rechts und links. Rechte Ideologien sind exklusiv, sie grenzen aus. Rechtsextreme sind meist sehr schwache Jugendliche. Sie wollen ihr Selbstbewusstsein stärken, indem sie andere zu Underdogs erklären. Linksextremisten holen sich ihre Bestätigung nicht, indem sie andere degradieren. Um Linksextremist zu sein, muss man also schon mal mehr können!

Was können die Eltern von Jugendlichen tun, um sie vor Extremismus zu schützen?
Wenn überhaupt ein Elternhaus vorhanden ist, egal ob ein gutes oder weniger gutes, dann wirkt das meistens stabilisierend. Wenn Vater und Mutter jedoch überhaupt nicht präsent sind, kommen andere Gruppen zum Zuge. Sie geben den Jugendlichen Sicherheit und ein neues Zuhause. Das können auch extremistische Gruppen sein. Jugendliche, die ohne familiäre Erziehung aufwachsen, tendieren häufiger zum Extremismus.

Wenn Extremismus in der Schule thematisiert wird, geschieht das meistens nur im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus. Genügt das als Aufklärungsarbeit?
Unser Schulsystem ist ohnehin völlig überlastet. Den Lehrerinnen und Lehrern jetzt die perfekte Aufklärung über den Extremismus abzuverlangen und ihnen die Gesamtverantwortung für die Verbreitung des Extremismus auf die Schultern zu legen, wäre unfair. Vergangenheitsbewältigung ist kulturell zwar sehr wichtig. Aber gegen den gegenwärtigen Rechtsextremismus hilft sie rein gar nicht. Nur weil Schüler im Unterricht den Nationalsozialismus behandeln, heißt das noch lange nicht, dass sie später nicht selbst rechtsextremistisch werden können. Stellen Sie sich einmal vor, die Schule könnte Jugendlichen ein genau vorhersehbares Verhalten zielgerichtet beibringen – das wäre doch grauenvoll!

warum

warum ist eigentlich elser noch nicht in meiner linkliste? keine ahnung. aber das wird sich ändern. ist er doch für die drollige gerüchteküche über die marxistische gruppe verantwortlich. der wikipedia artikel zur marxistischen gruppe ist auch nicht schlecht

jetzt geht’s um die wurst

zumindest, wenn ein „Bündnis ‚Antisp(e)e versenken!“ zu aktionen zum grillen1 gegen den anti-speziesistischen kongress aufruft. so ein kongreß ist für august im ujz korn geplant (für die leute von außerhalb).

ist geschubse und mehr unausweichlich oder wird trotz großmäuliger ankündigung2 einfach gar nix passieren.
erstmal zur form: der aufruf ist ein einziges wirrwarr von zitaten und inhaltsleerer pöbelei à la „die Plapperbude des Antispe-Kongresses 2008″, „Moral-getränkten Geschwätz der herrschaftskritischen Heulbojen des Verzichts die kritische Kritik [sic!] entgegenzusetzen“, „postmodernen Klo der Beliebigkeit“ usw. es wurde auf jeden fall viel heiße luft abgelassen. ich frage mich auch, was „anti-sp(e)e versenken“ bedeuten soll? hat sich das „bündnis“ da einfach in berlin bedient? hier machen zumindest die beiden „e“s auch die ankündigung etwas „versenken“ zu wollen sinn. denn mit wasser, schiffen oder unfällen hat weder der kongreß noch die angekündigte gegenaktion zu tun. wer immer sich da das motto ausdenken sollte hatte kein gutes händchen.

fundierte kritik gab es auf jeden fall schon vorher. nämlich zum einen vom AK Gibraltar mit dem fokus auf den begriff „Antispeziesismus“ zum anderen von junge linke mit ihrem text „Meine Freunde ess ich nicht – Kritik am (v.a. tierrechtlichen) Veganismus“.

viel besser als in dem text bringt hier3 ein mensch von junge linke die kritik auf den punkt, die mir bei den texten fehlt. nämlich warum es völlig absurd ist eine aufhebung von herrschaftsmechanismen zwischen mensch und tier zu fordern. denn das problem am antispeziesismus ist ja nicht, daß sich da für tierrechte (so demokratieidealistisch das auch ist) eingesetzt wird. ich finde es auch gut, wenn keineR mehr auf die idee kommen würde den eigenen hund/vogel/affen zu verhauen oder wenn sich menschen was veganes zu essen machen. „Was wir hingegen kritisieren“, jetzt kommt junge linke „ist erstens, wenn uns Ernährungsfragen als politische Handlung verkauft werden und sich im Glauben gewogen wird, mit jedem Brot, das mit veganer Sojapaste bestrichen ist, würde die Welt ein bisschen besser werden.“
Denn „Tiere werden nicht ausgebeutet, sondern benutzt, aufgezogen, gefüttert und geschlachtet, um Profit zu machen. Das damit gleichzusetzen, dass jemand deine Arbeitskraft aufkauft, um aus deren Benutzung einen Gewinn über die Kosten hinaus zu erzielen, trägt zur Erklärung nix bei.“ Nie würde es anti-speziesistInnen in den Kopf kommen „Löwen vorzuwerfen Antilopen ‚auszubeuten‘“, weil ja hier auch kein macht unterschied bestehen würde, da sowohl der löwe als auch die antilope in die kategorie „nicht-menschliches tier“ fallen würden.

und genau dann, wenn sich die, als links verstehendenen, Antispes von peta und „der holocaust auf deinem teller“-kampagnen distanzieren (was ich gut finde). läuft es doch zwangsläufig auf eine gleichsetzung hinaus, wenn sie davon ausgehen, daß es damals „menschliche tiere“ waren, die in konzentrationslagern und heute eben „nicht-menschliche tiere“ sind, die in schlachthöfen industriell vernichtet werden. wenn das dann damit begründet werden würde, daß die menschen (bzw. die menschlichen tiere) vernunftsbegabt sind und es deshalb nicht dazu hätte kommen dürfen, wären wir dabei, daß eine speziesistische sicht der dinge, nichts verwerfliches wäre und sogar nötig wäre.

  1. vermutlich wird es fleisch geben [zurück]
  2. schließlich wird im „aufruf“ mit zitaten von marx über alerta bis hin zu bündnis 90/die grünen bis hin zur bahamas um sich geworfen, brecht soll zwar ein trottel sein, wird aber trotzdem zitiert. [zurück]
  3. in der antwort auf den brief im Oktober 2007 von J. aus B.[zurück]

ich bin nicht…

…unter den top 10 der blogsport charts. dafür passiert hier auch zu wenig, was es rechtfertigen würde, daß sich hier massen an leuten rumtreiben würden, die hier ihre zeit vertödeln.

viel mehr leute sollten allerding die myspace seite von „foyer des arts“-fans ansurfen und vor allem der wundervollen musik lauschen! das geht nämlich ab. ich meine übrigens nicht nur „hubschraubereinsatz“.

ansonsten haben es die gefährlichen planetengirls in meine linkliste geschafft für ihre ansage:

Wir haben die Schnauze voll. So viele beknackte antideutsche und liberale Blogger im Netz und besonders bei Blogsport und diesem albernen Elefanti oder olifani oder so. Die gehören mal richtig kritisiert. Und das wird hier geschehen. Also nada, subwave, fdog, waiting, phex, classless, saltandvinegar, lizas welt, wurscht und wie diese Typen auch alle heißen – gebt lieber jetzt auf mit euren Politkundgaben auf den Blogs, in der ein dämlicher Satz den nächsten jagt. Die Stunde der Abrechnung beginnt von heute an!