Archiv der Kategorie 'every day = war'

politisch nach links verrannt

ein journalist der taz ruft bei der aussteigerhotline für „linksextreme“ an, die das familienministerium anbietet. denen geht es „generell um Leute, die sich nach links verrannt haben – politisch gesehen.“

das ganze ist schon eher als realsatire zu begreifen und kann hier nachgelesen werden.

no cops, just party!

trotz zu erwartenden unkenrufe wegen vermeintlicher menschenrechtsaffirmation soll hier der link zum sternartikel „So brutal sind deutsche Polizisten“ nicht fehlen, den ich via granma-blog entdeckt habe:

Von wegen Freund und Helfer: Deutsche Polizisten fallen immer wieder durch Gewaltexzesse auf, wie ein Bericht von Amnesty International belegt. stern.de hat eine Reihe weiterer erschreckender Fälle recherchiert.

artikel wie dieser sollte allen denen im hals stecken bleiben, die nach härteren strafen bei widerstand gegen polizistInnen schreien.

von den schlechtigkeiten der welt da draußen, hoffe ich bei folgenden veranstaltungen an diesem wochenende verschont zu bleiben:
freitag:


im stumpf

samstag:


in der korn.

fasst die monster!

keine frage. während in der haz darüber geklagt wird, daß in der calenberger neustadt deutschland-fahnen abgeknickt werden und überhaupt:

Linksradikale Gruppierungen […] seit geraumer Zeit im Internet dazu auf[rufen], WM-Fähnchen und andere Deutschland-Symbole „zu erbeuten“, um so gegen den, aus ihrer Sicht, derzeit vorherrschenden „Nationalismus und Party-Patriotismus“ vorzugehen. Sie haben die bewusste Zerstörung von schwarz-rot-goldenen Devotionalien sogar zu einem regelrechten Wettbewerb mit Punktevergabesystem erkoren. Demnach bringt eine zerstörte Autoflagge den Tätern einen, eine kaputte große Fahne zwei und ein zerrissenes Deutschland-Trikot zehn Punkte ein. Auf einschlägigen Seiten im Netz prahlen einige der linken Gruppen mit ihren Taten. So will das „Kommando Kevin-Prince Boateng“ bereits rund 1650 der „schwarz-rot-goldenen Lumpen“ erbeutet haben. Im Berliner Stadtteil Neukölln ist eine 20 Meter lange Deutschlandfahne an einem Mehrfamilienhaus bereits zweimal von Linksradikalen beschädigt oder zerstört worden. Allein aus diesem Viertel sind bei der Polizei Medienberichten zufolge bereits rund 30 Anzeigen wegen Sachbeschädigung eingegangen. Bei den hannoverschen Beamten hat sich dagegen bislang noch kein Betroffener gemeldet. „Wir haben keine Erkenntnisse in diesem Bereich, es gab keine derartigen Einsätze am Wochenende“, sagte eine Sprecherin.

ist die eine sache. auf der anderen seite tummeln sich auch in hannover nazis auf public viewing-veranstaltungen oder ein aufrichtiger deutschland-fan erschießt mal eben zwei italienische fußballfans. das ist partypatriotismus!

im nachbarstädtchen celle ist es da schon ruhiger, wenn nicht gerade dieses räuberpäärchen sein unwesen treibt:

Räuber!

also bitte! fast die monster! vielleicht sollten public-viewings für kessel genutzt werden.

nachträglich zum vatertag

da war er wieder der sog. „herren-“ oder auch „vatertag“ anlass genug für die männer, die es sein wollen sich so zu verhalten, das reagan youth nur zuzustimmen ist, wenn sie singen:

Degenerated! Degenerated! And you minds have vegetated!
Degenerated! Degenerated! And your thoughts are constipated!

tiefer in die materie hat sich auch dieter wischmeyer alias günther der treckerfahrer alias der kleine tierfreund und alias frieda begeben. ab 2:40 get es um obengenannten anlass, davor setzt sich der referent kritisch mit dem muttertag auseinander.

sich zum horst machen

geht so:

rauschen im blätterwald / hannover dreht durch

eigentlich wollte ich nur schnell den gedanken festhalten, daß „i was made for loving you“ ein denkbar schlechtes lied ist, um andere leute anzutanzen.

weiterhin gab es dann aber andere begebenheiten, auf die ich schon längst hätte hinweisen sollen. sei es die „randgruppenbeleidigung“ von der homepage des hannoverschen monatsmagazin stadtkind vom 1. august 2009 an „autonome“ und die sehr nette und dezent prollige antwort der fau hannover („kämpferische gewerkschaft seitz 1977″).

während also das yuppieske monatsmagazin mit „autonomen“ und anarchosyndikalistInnen im clinch liegt, wird ein brachgelände in hannover von tierrechtsaktivistInnen und sympathisierenden besetzt, geräumt, erneut besetzt und schließlich mit durch das sek (!) erneut geräumt. nach dieser zweiten räumung treiben die ex-besetzerInnen mit großer energie allerlei schabernack in hannover. spannend wird es, wenn diese aktionen nicht nur gegenstand der berichterstattung bei indymedia werden, sondern auch von der lokalen presse für interessant befunden werden. besonders der artikel „Tierschützer wollen Boehringer-Gelände erneut besetzen“ auf der homepage der haz, sorgt für besonders ausgelassene stimmung. die möglichkeit artikel zu kommentieren bringt beträchtlichen unsinn hervor. so gehörte es bis vor kurzer zeit noch zum guten ton bei indymedia artikeln, die sich auf ereignisse in hannover bezogen, die örtliche antifa zu dissen. mal für inaktives herumeiern, mal für zu viel aktivismus, mal für die praxis, den eigenen genossen die freundinnen auszuspannen usw usw. mit diesem wissen im hinterkopf ist die lektüre der diskussion zum bereits erwähnten artikel ein indymedia look-a-like contest:

Aha, man trifft sich inne Korn, da jeet immer auch die Post ab mitte AAH, die linken Krawallos, verstehste mich? Genau die nutzen das Boehringerprojekt um ihr politisches Süppchen zu kochen. Die sind antikapitalistisch, weil der Kapitalismus ja Mensch und Tier zerstört, antifaschistisch wegen der Braunen und überhaupt jegen allet, träumen von einer Traumwelt, die sich am Besten mit Gewalt durchsetzen lässt. Die traumtänzerischen selbsternannten Tierschützer merkens nicht und werden mit dene in einen Topf geworfen, verstehste mich? So aber gibbet keinen Erfolg in der Sache.

oder

Wie sehen Sie eigentlich den Versuch der Antifaschistischen Aktion Hannover (AAH), ihren antikapitalistischen und antifaschistischen kampf auf Bereiche auszudehnen, die Ihnen und den Zielen der tpa Imageschäden zufügen werden.
Ist es die AAH, die diese Presseerklärung zu Sabotageakten etc. herausgegeben hat oder alles nur eine Erfindung der ddp, die die HAZ hier gerne kolportiert?

so weit, so wirr.

während verschiedene zeitungen in hannover oder deren leserInennschaft in hannover also in der letzten zeit scheinbar durchgedreht sind, möchte ich abschließenderweise auf das überraschend selbstreflektierte interview mit den kürzlich aufgelösten guerilla hinweisen, daß bei plastic bomb erschienen ist.

gruselig!

während der militante arm der cdu im saarland noch parteiveranstaltungen der linken stört und videos davon mit star wars-mäßigen intro bei youtube reinstellt, blamiert sich die junge union in brandenburg mit folgendem lied:


(Video aktualisiert)

never mind spain and france. it’s about the basque country!

wenn in spanien auf malle und in burgos bomben hochgehen, die zwei polizisten töten und andere leicht verletzten, dann liest sich die berichterstattung in der hannoverschen allgemeinen folgendermaßen: ein politiker der konservativen partido popular wird mit „Die sind keine Basken, die sind eine Scheiße.“ zitiert und auch der spanische könig juan carlos darf sich mit dem ausspruch „Man muss ihnen eins auf den Deckel geben und so lange damit weitermachen bis man mit ihnen fertig ist.“ zitiert wissen. doch während sich die haz darauf beschränkt fäkal- und westernhelden zitate in die welt zu drucken, hat die süddeutsche mit dem artikel „Auf ewig der Gewalt verpflichtet“ vom 30. juli anscheinend den vogel abgeschossen.
bei info-baskenland.de wird dieser artikel auseinander genommen und das geheule über die „Auf ewig der Gewalt verpflichtet[e]“ e.t.a. und die abfeierei eines anti-terrorkampfes werden aussagen wie diese gegenüber gestellt:

Der Berichterstatter der UN-Menschenrechtskommission kommentiert dies in einem Interview mit der baskischen Zeitung Berria vom 18. März 2009:

Frage: “Was ist Ihre Meinung zur Inhaftierung von (baskischen) Politikern, die als Resultat ihrer politischen Aktivität beschuldigt werden, Mitglieder einer “terroristischen Vereinigung” zu sein oder mit einer solchen zu kollaborieren?”
Antwort: “Es ist für mich sehr schwierig festzustellen, ob es dafür Beweise gibt. Es ist sehr schwierig festzustellen, ob ein Individuum Befehle der ETA erhält und wie die Regierung sagt, Teil der ETA ist. Ich habe mehr Informationen im Fall politischer Parteien und Wahlplattformen. Hier bin ich der Meinung, dass der Standpunkt der Regierung zu viel umfasst. Sie geht gegen Gruppen vor, die nichts mit Gewalt zu tun haben. Dieselben politischen Ziele wie ETA zu haben, sollte nicht als Verbrechen behandelt werden und ist kein Grund für das Verbot einer politischen Partei, wenn es keinen Bezug zur Gewalt gibt.“ (Vollständiges Interview in deutscher Übersetzung)

diesen „schmutzigen krieg“ in dem also auch, diejenigen betroffen sind, die sich um eine politische lösung des baskischen konflikts bemühen, gab es laut dem sz schreiberling zwar, denn

Eine Zeitlang … in den Achtzigern ließ sich die junge Demokratie zu einem schmutzigen Krieg hinreißen, unterstützte Todesschwadronen, ließ Folter ungesühnt. Doch das ist lange her

das soll ja auch so sein. der spanische staat hat da am anfang eben ein paar fehler gemacht und hat da etwas über die strenge geschlagen. aber nun ist ja auch gut. stattdessen auf der anderen seite die „terroristen“, die wie schon aufgezeigt „auf ewig der gewalt verpflichtet“ sind und denen „unklar sei für wen sie eigentlich noch kämpfen“.

auf antifa.de heißt es dazu :

Politik, Polizei und Justiz gehen inzwischen äußerst hart gegen alles vor, was sich entfernt für linke Bewegung im Baskenland, für eine Lösung des Konfliktes oder für kulturelle baskische Belange einsetzt. Manche bezeichnen dies als nicht demokratischen Ausnahmezustand:

– Parteien wurden verboten, darunter Herri Batasuna, Batasuna, eine Kommunistische Partei , …
– linke Jugendorganisationen wie Jarrai oder SEGI wurden verboten und deren Aktive z.T. zu 10 Jahren Knast verurteilt! (…)
– Zeitungen und Radios wurden geschlossen, darunter EGIN und Egunkaria
– tausende linke Aktivisten wurden festgenommen – über 700 Männer und Frauen sitzen im Gefängnis
– Zahlreiche Verhaftete berichteten von Folter (…)
– hochmilitarisiertes Baskenland: die Polizeidichte ist dort doppelt so hoch als in der BRD
– Wegen „Unterstützung des Terrorismus“ werden sogar Angehörige und Freunde verurteilt, weil sie Bilder von ETA-Gefangenen aufhängen.

dazu kommen ganz aktuelle ereignisse: sei es die razzia gegen ein baskisches online kulturportal

Am Morgen des Mittwochs 29 Juli, durchsuchte die dem Militär untergeordnete spanische Guardia Civil die Räume eines Internetprojektes der baskischen Jugendbewegung. Das Portal, dass unter www.gaztesarra.neterreichbar ist, informierte über zahlreiche kulturelle politische und kulturelle Aktivitäten der baskischen Jugendbewegung und wurde von verschiedensten Jugendbwegungen genutzt.

oder auch der tod eines stellvertretenden bürgermeisters, der zwischen jugendlichen und der polizei vermitteln wollte.

erschreckend – das empfinde ich ganz unten in den gewölben meines gutmenschlichen seins auch tatsächlich so – ist das verschwinden des linken aktivisten jon anzo. jon lebte in ipparalde, dem teil des baskenlandes, der in frankreich liegt.

Es sind nun mehr als zwei Monate vergangen, seit er den Zug in Baiona bestieg, um nach Toulouse zu fahren. Seither fehlt von ihm jede Spur. Es gab in der Vergangenheit Fälle, in denen baskische Aktivisten verschleppt, gefoltert und ermordet wurden. Wir befürchten, dass sie Jon etwas angetan haben könnten. Wir fordern eine Aufklärung des Falles. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Mit jeder Stunde, die vergeht, wird der Schatten des schmutzigen Krieges (so nannte man die vom Staat organisierte, illegale Entführung und Ermordung baskischer Aktivisten in den 80er Jahren) länger.

solange solche ereignisse noch realität sind, gilt auch für sz redakteure. einfach mal die fresse halten!

p.s.: eigentlich wollte ich schon vor geraumer zeit einen neuen beitrag schreiben. „erwacht dank stalin“ sollte der heißen. und hauptsächlich meine fassungslosigkeit über das werbevideo von „stalin vs. martians“ ausdrücken, das ich kurze nach der veröffentlichung bei crtl entdeckt hatte.

jetzt gehts rund

„Scheiß Diffamierungslinke!“ heult „♥Tekknoatze“ (im folgenden ♥TA), weil er wegen der berichterstattung zur silvesterdemo in hannover wohl ansagen im echten leben bekommen hat. das schließe ich zumindest aus dem aktuellsten post auf seinem blog. mit fußnoten und anderen argumenten hat der ewig kritische autor bereits bewegungslinken aller coleur (von jugendantifas, der sdaj , antimilitaristInnen und dem antiversand) den spiegel vorgehalten. höhepunkt der kritischen aufarbeitung war dann die ausarbeitung einer top 10 der „Lieblingshassgruppen“.

im moment scheint sich die zielgruppe aber nicht so recht auf das kritik einprügeln einlassen zu wollen und es gibt kontra in kommentarspalten und, wie schon angemerkt, scheinbar auch im richtigen leben. hier liegt wohl der hintergrund für die hastig zusammengezimmerte „weichenstellung“.
angefangen hat es wohl mit der erwähnung des blogs in den auflagen der polizei, wo es heißt:

In Bezug auf die hier in Rede stehende Demonstration am 31.12.08 finden sich Aufrufe, in die graphische Darstellungen von vermummten und steinewerfenden Personen eingeunden sind. Es wird dort überdies geäußert, dass sich die Demonstration inhaltlich wohl an der des Vorjahres orientieren wird (vgl. http://einblog.blogsport.de/2008/10/05/silvesterdemo-hannover-2009).

(s. Seite 3)
gerechtfertigt wird sich mit der aussage:

Im Betreffenden Post von mir ging es vor allem um die graphische Gestaltung. Aus der graphischen Gestaltung und den verwendeten Mottos hab ich auf eine inhaltliche Kontinuität geschloßen. Das diese Vermutung nich allzu fernab vom Schuß lag kann der_die interessierte Leser_in hier nachlesen.

ein klick weiter sind wir bei dem entsprechenden artikel, hier steht:

Wie auch letztes Jahr wird dieses Jahr in Hannover an Silvester eine Demo stattfinden, Unter dem Motto “Gegen Innere und Äußere Aufrüstung! – Für ein Leben jenseits von Kontrolle und kapitalistischer Ausbeutung!” soll demonstriert werden.

dies ist eine feststellung, die sich mit blick auf die internetseite und den verteilten flyer belegen läßt. also weiter:

Was die Veranstalter_innen inhaltlich beabsichtigen wird sich wohl am Aufruf vom letzten Jahr orientieren, das legen zumindest die graphischen Gestaltungen nahe, die vom Aufbau doch sehr nah beieinander liegen

zum inhalt des aufrufes wird eine vermutung formuliert. diese vermutung wird an der vermeintlichen ähnlichkeit der „graphischen Gestaltungen“ festgemacht. dazu kurz die plakate von 07 und 08 gegenübergestellt:

2007:

2008:

den „doch sehr nah beieinander liegen[den] Aufbau“ der beiden plakate, erkenne ich nicht. hier ist mir das ewig kritische auge des blogbetreibers vorraus. ich finde einfach beide schlecht – mehr nicht.
mehr oder weitere argumente werden auch auf einblog nicht gebraucht, stattdessen wird über qualität und layout des printwerkes gemeckert und im folgenden nun ein eigenes bild designed.

bis hierhin also eine kurze, von mir vorgenommene, zusammenfassung der kritischen analyse durch ♥TA:

es gibt eine silvesterdemo in hannover. um was es inhaltlich geht, keine ahnung. wird wohl so sein, wie letzes jahr, weil das plakat so ähnlich ist wie das vom letzten jahr. plakat sieht scheiße aus, weil [unheimlich wichtige analyse hier einsetzen lesen]. weil ich so ein cooler typ bin, mach ich auch noch ein eigenes bild. ist inhaltlich zwar die selbe schiene, sieht aber besser aus.

soweit also die meinungsbildung bei ♥TA. da oft leider wahr ist, daß „das gegenteil von gut, gut gemeint ist“, sei dem findigen kritiker zugerufen „das argument mußt du erstmal lernen!“
deutlich wird das z.b. in diesem teil der stellungnahme/weichenstellung:

Im Betreffenden Post von mir ging es vor allem um die graphische Gestaltung. Aus der graphischen Gestaltung und den verwendeten Mottos hab ich auf eine inhaltliche Kontinuität geschloßen. Das diese Vermutung nich allzu fernab vom Schuß lag kann der_die interessierte Leser_in hier nachlesen.

das „hier“ verlinkt auf die obenangesprochene stelle im artikel. und wie schon geschrieben wurde dort ganz klar etwas festgestellt und nicht auf etwas „geschloßen“. und durch die erneute behauptung von etwas falschem wird es noch lange nicht richtig. das haben eben auch die bullen mitbekommen. denen ist, was das angeht, kein vorwurf zu machen, die haben einfach das material zusammengetragen, was es im netz gab und dein rumgelaber gehörte dann eben dazu.
anstatt also rumzuheulen, daß es doch alles nicht so gemeint war bzw. falsch verstanden wurde, vielleicht mal nachdenken, bevor mit erhobenen zeigefinger die scheinbar reine lehre in die welt gesetzt wird.
es erscheint dann tatsächlich seltsam, wenn die forderung nach einhaltung linker mindesstandards wie „anna und arthur halten das maul“ einer quasselbude und selbstdarstellungsblog wie dem von ♥TA erscheint.

off-topic:
die organisatorInnen der demo schrieben mittlerweile einen inhaltlichen aufruf und wieder fühlt sich ♥TA berufen seine kritik in die blogosphäre zu posaunen und das obwohl „Der Aufruf weitesgehend unspektakulär ist“ und es lediglich „die Sicht der Verfasser_innen“ sei, daß „natürlich alles große Scheiße und verhindert [gehört]“, „was die NATO im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen so anstellt“. Unspektakuläre imperialistische Kriege durch nato und brd laufen also unter „Allgemeines“ und bedürfen nicht der kritischen Betrachtung. Schlaflose Nächte wurden ♥TA wohl aber durch den Aufruf zur besagten Demo beschert und so lässt er es sich nicht nehmen, sich vier Fetzen aus dem Text zu klauben und diese mit geschultem Blick auseinandernehmen. die nachtruhe scheint gesichert.

silvesterdemo und sachen, die wirklich aufregen

hier in hannover dreht sich gerade ganz viel um das angekündigte verbot der silvesterdemo am mittwoch (s. auch indy). auf dem mobilisierungsblog können die aktuellen auflagen nachgelesen werden und den aktuellen stand gibt es ebenfalls bei indymedia.

interessanter und vor allem mehr grund zum schmunzeln und/oder heulen, bietet die aktuelle ausgabe der zeitung „politik orange“, die die gute alte tante totalitarismus auf einen artikel und ein interview eingeladen hat. im folgenden der artikel. entdeckt hat’s ignaz.

„Man muss mehr können, um Linksextremist zu sein“

Wo fängt Extremismus an? Und was unterscheidet Links- von Rechtsextremismus? Jannik Bargen und Corinna Höfel sprachen mit Ulrich Dovermann, dem Extremismus-Experten der Bundeszentrale für politische Bildung.

Mal ganz naiv gefragt: Wenn sich ausländische und deutsche Jugendliche prügeln, ist das schon Extremismus?
Nein. Extremismus liegt erst dann vor, wenn eine der beiden Gruppen politisch motiviert ist oder ein fremdenfeindliches Motiv hat.

Spielt die politische Richtung für Jugendliche überhaupt noch eine Rolle, wenn sie sich extremistischen Parteien zuwenden?
Grundsätzlich werden Extremisten von einer tiefen Wut getrieben, bei der es manchmal zufällig sein mag, in welche politische Richtung sie tendiert. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede zwischen rechts und links. Rechte Ideologien sind exklusiv, sie grenzen aus. Rechtsextreme sind meist sehr schwache Jugendliche. Sie wollen ihr Selbstbewusstsein stärken, indem sie andere zu Underdogs erklären. Linksextremisten holen sich ihre Bestätigung nicht, indem sie andere degradieren. Um Linksextremist zu sein, muss man also schon mal mehr können!

Was können die Eltern von Jugendlichen tun, um sie vor Extremismus zu schützen?
Wenn überhaupt ein Elternhaus vorhanden ist, egal ob ein gutes oder weniger gutes, dann wirkt das meistens stabilisierend. Wenn Vater und Mutter jedoch überhaupt nicht präsent sind, kommen andere Gruppen zum Zuge. Sie geben den Jugendlichen Sicherheit und ein neues Zuhause. Das können auch extremistische Gruppen sein. Jugendliche, die ohne familiäre Erziehung aufwachsen, tendieren häufiger zum Extremismus.

Wenn Extremismus in der Schule thematisiert wird, geschieht das meistens nur im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus. Genügt das als Aufklärungsarbeit?
Unser Schulsystem ist ohnehin völlig überlastet. Den Lehrerinnen und Lehrern jetzt die perfekte Aufklärung über den Extremismus abzuverlangen und ihnen die Gesamtverantwortung für die Verbreitung des Extremismus auf die Schultern zu legen, wäre unfair. Vergangenheitsbewältigung ist kulturell zwar sehr wichtig. Aber gegen den gegenwärtigen Rechtsextremismus hilft sie rein gar nicht. Nur weil Schüler im Unterricht den Nationalsozialismus behandeln, heißt das noch lange nicht, dass sie später nicht selbst rechtsextremistisch werden können. Stellen Sie sich einmal vor, die Schule könnte Jugendlichen ein genau vorhersehbares Verhalten zielgerichtet beibringen – das wäre doch grauenvoll!